Von Stärkesäcken zur Tafel des Sultans: Die 600-jährige Geschichte von Güllaç
Von Stärkesäcken zur Tafel des Sultans: Die Geschichte von Güllaç
Wenn der Ramadan beginnt, ist Güllaç zweifellos das eleganteste und leichteste Dessert auf den Iftar-Tischen. Für manche ist es unverzichtbar, für andere ein traditioneller Klassiker, dem man mit Abstand begegnet. Doch die Geschichte von Güllaç erzählt weit mehr als nur die eines gewöhnlichen Desserts.
Diese Reise begann vor fast 600 Jahren – ursprünglich als Methode zur Konservierung und Einsparung. Mit der Zeit fand Güllaç seinen Weg in die Küchen des osmanischen Palastes und wurde zu einem der ersten Desserts, die man mit dem Ramadan verbindet.
Eine Reise, die mit dem Schutz von Maisstärke begann
Die Geschichte von Güllaç reicht bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück. Damals suchten die Menschen nach einer Möglichkeit, in Säcken gelagerte Maisstärke vor Feuchtigkeit und Insekten zu schützen.
Die Stärke wurde mit Mehl und Wasser vermischt, zu dünnen Blättern ausgegossen und getrocknet. Bei Bedarf konnten diese getrockneten Blätter wieder zerbröselt und als Stärke verwendet werden. Eines Tages kam jemand auf die Idee, diese harten Blätter in Milch einzuweichen und zu süßen.
In diesem Moment wurde der Grundstein für eines der einzigartigsten Milchdesserts der türkischen Küche gelegt: Güllaç.
Ali Usta aus Kastamonu und der osmanische Palast
Im Jahr 1489 gelangte Güllaç in den osmanischen Palast. Der Überlieferung nach bereitete Ali Usta aus Kastamonu die übrig gebliebenen Stärkeblätter mit Milch und Zucker zu und bot das Dessert Palastbeamten an.
Der leichte Geschmack fand großen Anklang. Ali Usta erhielt den Titel „Oberkonditor“, und Güllaç wurde zu einem festen Bestandteil der Sultanstafel.
Von „Güllü Aş“ zu „Güllaç“
Ursprünglich wurde das Dessert wegen des zugesetzten Rosenwassers „Güllü Aş“ genannt.
Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name im Volksmund – ähnlich wie aus „Sütlü Aş“ „Sütlaç“ wurde – zu „Güllaç“.
Rosenwasser, das in der osmanischen Küche wegen seines erfrischenden Aromas geschätzt wurde, ist bis heute ein unverzichtbares Merkmal des authentischen Güllaç.
Warum ist Güllaç mit dem Ramadan verbunden?
Der wichtigste Grund ist seine Leichtigkeit:
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Fettarm
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Leicht verdaulich
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Schonend für den Magen nach dem Fasten
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Lässt den Blutzuckerspiegel ausgewogen ansteigen
Seit Jahrhunderten gehört Güllaç zu den beliebtesten Desserts im Ramadan.
Mehr als nur ein Dessert
Güllaç ist nicht nur eine Milchspeise, sondern ein kulturelles Erbe, das die praktische Weisheit Anatoliens mit der kulinarischen Eleganz der Osmanen verbindet.
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